Foyer-Museum in der Wohnanlage "Haus am Baum"

Spannende Einblicke in die Geschichte des Martinsklosters

Im Foyer der Studiwerk-Wohnanlage "Haus am Baum" in der Ausioniusstraße 10, 54292 Trier, sind ausgewählte Exponate zur spannenden Geschichte des Martinsklosters ausgestellt. Ein Zeitstrahl, in Blindenschrift gestaltet, gibt Auskunft über die historische Entwicklung der Klosteranlage. In digitalen Medien gibt es an zwei Stationen ebenfalls interessante Präsentationen zur Geschichte des Martinsklosters. Am Wochenende ist das Museum geschlossen. Tagsüber - zu den üblichen Öffnungszeiten - kann das Foyer-Museum besucht werden.

2.000 Jahre im Zeichen des heiligen Martin

Das Foyer-Museum wird Anlaufstelle des europäischen Martinusweg

Wo Wohnen und kulturelles Erbe in Trier zusammenfinden

Wer heute das Foyer der Studiwerk-Wohnanlage „Haus am Baum“ betritt, ahnt zunächst nicht, dass hier mehr beginnt als der Weg zum Aufzug oder ins Treppenhaus. Gleich hinter der Eingangstür befindet sich ein öffentlich zugängliches Foyer-Museum. Hier wird seit September 2022 die Geschichte des benachbarten Martinsklosters erzählt. Offen für alle, barrierefrei zertifiziert und bewusst an diesem Ort angesiedelt, mitten in der Stadt Trier.

Entstanden ist das Museum im Zuge eines der größten Wohnungsbauprojekte in der Trierer Innenstadt. Direkt neben dem generalsanierten Martinskloster wurde nicht nur neuer Wohnraum für Studierende geschaffen, sondern auch ein Raum, der Vergangenheit sichtbar macht. Das Museum liegt nicht abseits, sondern direkt im Eingangsbereich des Hauses – dort, wo MieterInnen und BesucherInnen ankommen, warten und sich begegnen.

Ein Zeitstrahl führt durch die Jahrhunderte des Martinsklosters und macht dessen Entwicklung nachvollziehbar. Die Inhalte sind auch in Blindenschrift zugänglich. Ein besonderes Erlebnis bietet das digitale Skriptorium: In Zusammenarbeit mit dem Trierer Stadtarchiv sowie dem Archiv des Klosters Strahov in Prag wurden hochaufgelöste Digitalisate ottonischer Handschriften aufbereitet. Um das Jahr 1000 war das Martinskloster dank des Wirken des Meisters Gregorii ein Zentrum der ottonischen Buchkunst – ein Ort geistiger und künstlerischer Arbeit von überregionaler Bedeutung.

Das Kloster nahm immer wieder neue Rollen ein, das zeigen weitere Exponate. Der Ausgangspunkt ist die Zeit unter römischen Einfluss. So ist dort auch ein Artefakt aus archäologischen Ausgrabungen wie zum Beispiel ein kleines Fundstück einer römischen Haustempelsäule ausgestellt. Ein ausgestelltes Tee-Service aus dem Stadtmuseum Trier erinnert daran, dass das Martinskloster zwischen 1807 und 1823 auch Standort einer Porzellanmanufaktur war. Römer, Benediktiner, Buchkünstler und Manufakturarbeiter – kaum ein Ort vereint so viele historische Schichten.

Multimedial wird die 400-jährige Klostergeschichte dort, wo Besucherinnen und Besucher per Knopfdruck acht Zeitzeugen begegnen. Der heilige Martin, ein namenloser Schankwirt oder Peter Marx, Besitzer der Porzellanmanufaktur, berichten in kurzen Monologen aus „ihrer“ Zeit. Gesprochen werden diese Rollen von Schauspielerinnen und Schauspielern des Trierer Stadttheaters, sowie dem Trierer Mundartkünstler Helmut Leiendecker. Hier wird das Martinskloster nicht nur erklärt, sondern erzählt.

Geschichte in Trier, die nicht gesucht werden muss – sie wartet bereits im Eingangsbereich. Und bleibt, ganz nebenbei, im Gedächtnis.


Hinweis für alle Besucher:innen: Das Foyer-Museum ist tagsüber für alle geöffnet und künftig auch Teil des Europäischen Kulturwegs St. Martin von Tours im Raum Trier. Hier kooperiert das Studiwerk Trier mit dem gemeinnützigen Verein der Förderer und Unterstützer des Kulturwegs.

Das Foyer-Museum ist nach der bundesweiten Kennzeichnung „Reisen für Alle“ barrierefrei zertifiziert. Die Barrierefreiheit wurde im vergangenen Jahr vor Ort geprüft.

Die Auszeichnung „Barrierefreiheit geprüft“ gilt bis September 2028 und umfasst die Kategorien barrierefrei für Menschen mit Gehbehinderung, für Menschen im Rollstuhl sowie teilweise barrierefrei für blinde Menschen.


Ausoniusstr. 10
54292 Trier

Zeitzeugenmonologe (Monitor Foyer-Museum)